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Alle BlogbeiträgeVier Marketingfunktionen - Marketingmanager, CMO, Brandmanager und Head of Marketing - rund um das Wort Beleg mit unterschiedlicher Kauflogik.
An wen verkaufst du eigentlich?

Du verkaufst an Marketing. Aber wer kauft eigentlich?

Martijn den Otter 7 Min. Lesezeit5.10.2026

Vier Menschen arbeiten im Marketing. Du schickst ihnen dieselbe Case, dieselbe ROI-Berechnung und dieselbe Demo. Trotzdem kann eine Person sofort einsteigen, während eine andere zuerst wissen will, ob die Marke geschützt wird, ob Finance den Business Case akzeptiert oder wann der Effekt im Funnel sichtbar wird.

Das ist der Kern dieses Zielgruppenprofils: Im Marketing bedeutet Beleg nicht für alle dasselbe. Marketingmanager, CMO, Brandmanager und Head of Marketing teilen ein Fachgebiet, tragen aber unterschiedliche Verantwortung, Ängste und Zeithorizonte. Wer an 'Marketing' verkauft, als wäre es ein einziger Käufer, übersieht genau diese Unterschiede.

Marketing ist eine Abteilung, aber nicht ein Käufer

Marketing wird im B2B-Targeting häufig als eine Zielgruppe behandelt. Das ist nachvollziehbar. Die Funktionen teilen Sprache, KPIs, Agenturen, Technologie und oft auch Budget. Ihre persönliche Verantwortung unterscheidet sich jedoch.

Der Marketingmanager muss die Arbeit mit einem kleinen Team erledigen. Der CMO muss gegenüber CEO, Sales und Finance erklären können, warum Marketing eine Investition wert ist. Der Brandmanager schützt, ob eine Entscheidung die Marke stärkt statt verwässert. Der Head of Marketing baut eine Maschine, die schnell genug mit dem Unternehmen wachsen muss.

Diese Unterschiede verändern nicht nur, welche Vorteile attraktiv sind. Sie verändern auch, was jemand als Risiko sieht, welcher Beleg glaubwürdig wirkt und wie lange jemand auf ein Ergebnis warten will.

Ein Angebot, vier erste Fragen

Stell dir vor, du verkaufst eine neue Forschungs- oder Marketingplattform. Das Versprechen ist für alle gleich: bessere Marketingentscheidungen auf Basis von Daten.

Der Marketingmanager kann denken: passt das neben alles, was wir ohnehin erledigen müssen, und bringt es schnell etwas?

Der CMO kann denken: kann ich damit zeigen, dass Marketing zum Wachstum beiträgt, und kann ich die Investition intern verteidigen?

Der Brandmanager kann denken: ist die Methode zuverlässig genug, um Markenentscheidungen darauf zu stützen?

Der Head of Marketing kann denken: wann sehe ich das im Funnel, CAC oder in der Pipeline, und kann ich es skalieren, wenn es funktioniert?

Die Proposition verändert sich nicht. Ihre Bedeutung schon.

Vier Marketingfunktionen im Vergleich

Die Unterschiede werden klarer, wenn wir nicht nur die Stellenbeschreibung betrachten, sondern Pain, Belege, Angst und Zeithorizont. Die BIS-, BAS- und k-Werte sind richtungsweisende Profilwerte, mit denen Neurofactor wiederkehrende Forschungsmuster kompakt vergleichbar macht. Sie beschreiben die Zielgruppenebene und sind keine individuelle Diagnose.

AspektMarketingmanagerCMOBrandmanagerHead of Marketing
Dominante DenkweiseUmsetzung unter DruckBeleg und PositionMarkenschutz und Wachstumaufbauen und beweisen
Wichtigster Painzu viele Aufgaben und zu wenig Sicht darauf, was funktioniertMarketingbeitrag zum Umsatz belegenVerwässerung und inkonsistente UmsetzungPipeline noch nicht vorhersehbar genug
BelegeKampagnen- und Lead-Ergebnisse, Peer-ReferenzenMarken- und Umsatzcases, Daten, Benchmarks, andere CMOsForschungsqualität, Brand-Cases, Referenzen von MarkenteamsFunnel-Zahlen, Scale-up-Cases, transparentes Dashboard
Größte AngstZeit und Budget in etwas zu investieren, das nicht funktioniertBudget verlieren und als Kostenstelle gesehen werdendie Marke durch eine falsche Entscheidung schädigenWachstumserwartungen nicht erfüllen
BIS / BAS / k5 / 6 / 0,306 / 7 / 0,157 / 6 / 0,124 / 8 / 0,35
Infografik mit vier unterschiedlichen Bedeutungen von Beleg für Marketingmanager, CMO, Brandmanager und Head of Marketing.

Das Wort Beleg hat vier Bedeutungen

Alle vier wollen Belege. Aber sie wollen nicht dasselbe belegt sehen.

Für den Marketingmanager muss ein Beleg vor allem zeigen, dass etwas praktisch funktioniert. Konkrete Kampagnen- oder Lead-Ergebnisse, eine Referenz von anderen Marketern und ein niedriger Einstieg senken die Hürde. Der Beleg muss auch zeigen, dass daraus nicht noch ein Projekt entsteht, das zusätzliche Zeit frisst.

Für den CMO muss ein Beleg auf Leitungsebene nutzbar sein. Ein schöner Case reicht nicht, wenn er Markenwert, kommerziellen Beitrag oder Budget nicht verteidigen hilft. Benchmarks, Umsatz- oder Markeneffekte und Material, das in die Geschäftsleitung mitgenommen werden kann, werden wichtiger.

Für den Brandmanager muss ein Beleg Unsicherheit rund um die Marke reduzieren. Methodenqualität, Markenrelevanz und Beispiele, in denen Forschung zu besseren Markenentscheidungen geführt hat, wiegen schwerer. Die Frage lautet nicht nur, ob etwas funktioniert, sondern ob es verantwortbar ist, die Marke danach zu steuern.

Für den Head of Marketing muss ein Beleg Geschwindigkeit mit Skalierbarkeit verbinden. Ein Funnel-Ergebnis, Dashboard oder Pilot ist attraktiv, wenn schnell sichtbar wird, was funktioniert und ob der Ansatz mitwachsen kann.

Deshalb ist 'mehr Belege zeigen' keine Strategie. Die bessere Frage lautet: welchen Beleg braucht diese Zielgruppe für diesen Claim?

Risiko und Zeithorizont verändern die Reihenfolge der Argumente

Der schärfste Kontrast in dieser Kategorie liegt zwischen Brandmanager und Head of Marketing. Im aggregierten Neurofactor-Profil steht der Brandmanager bei BIS 7, BAS 6 und k 0,12. Der Head of Marketing steht bei BIS 4, BAS 8 und k 0,35.

Diese Werte sind keine Diagnose. Sie machen einen Unterschied sichtbar. Der Brandmanager schaut weiter voraus und ist stärker darauf ausgerichtet, Markenschäden zu vermeiden. Der Head of Marketing ist stärker annäherungsorientiert und will schneller lernen, testen und skalieren.

Beim Brandmanager kannst du deshalb früher mit Zuverlässigkeit, Markenfit und Methodenqualität beginnen. Beim Head of Marketing kannst du früher mit Chance, Tempo, Experiment und messbarem Wachstumspotenzial starten.

Der CMO liegt strategisch zwischen diesen Polen: wachstumsorientiert, aber mit einer klaren Notwendigkeit, die Investition verteidigen zu können. Der Marketingmanager ist näher an der täglichen Umsetzung und will vor allem zusätzliche Arbeit ohne sichtbaren Effekt vermeiden.

Mehr über diese richtungsweisenden Linsen unter BIS und BAS gemeinsam interpretieren.

Dieselbe Pitch kann viermal anders ankommen

Nimm diesen Einstieg:

Mit unserem Ansatz bekommst du bessere Einblicke darin, was Kunden bewegt, damit dein Marketing wirksamer wird.

Für einen Marketingmanager kann das noch zu groß und abstrakt sein. Er will wissen, was morgen weniger Arbeit macht oder welches Ergebnis besser wird.

Für einen CMO fehlt die Übersetzung in die Geschäftsleitung: Wie hilft das, Marketing als Wachstumsmotor zu belegen?

Für einen Brandmanager fehlt die Sicherheit: Wie zuverlässig ist der Einblick und wie schützt er die Markenentscheidung?

Für einen Head of Marketing fehlt das Tempo: Wann ist der Effekt sichtbar und wie wird er im Funnel gemessen?

Die Lösung muss nicht viermal anders sein. Die erste Bedeutung, die du ihr gibst, schon.

Dieselbe Marketingproposition führt zu vier unterschiedlichen ersten Fragen je Marketingfunktion.

Was änderst du in Vertrieb und Marketing?

Du brauchst nicht vier komplett verschiedene Propositionen. Oft reicht es, die Reihenfolge von Botschaft, Beleg und nächstem Schritt anzupassen.

  • Marketingmanager: klein und praktisch beginnen. Zeitgewinn, konkrete Ergebnisse und geringe Implementierungslast zeigen. Eine kurze Demo, Peer-Case oder Pilot funktioniert besser als eine große strategische Vision.
  • CMO: das Angebot in Markenwert, kommerziellen Beitrag und interne Verteidigbarkeit übersetzen. Zahlen, Benchmarks und eine Geschichte liefern, die auch gegenüber Finance und Geschäftsleitung trägt.
  • Brandmanager: mit Methodenqualität, Markenfit und Risikoreduktion starten. Zeigen, wie der Einblick Konsistenz und Markenentscheidungen verbessert - nicht nur Kampagnenperformance.
  • Head of Marketing: schnell testbar machen. Belege an Funnel-KPIs, Skalierbarkeit und Lernschleifen koppeln. Ein transparentes Dashboard oder klarer Messplan passt gut.

Was das für LinkedIn-Content bedeutet

Auch Content kann derselben Logik folgen. Ein Post über 'fünf Wege, schneller bessere Kampagnen zu liefern' liegt näher am Umsetzungsdruck eines Marketingmanagers. Ein Artikel über 'Marketingbudget mit besseren Belegen intern verteidigen' passt eher zum CMO. Eine Analyse zu Markenkonsistenz und Forschungsqualität ist relevanter für einen Brandmanager. Ein Case mit Funnel-Zahlen, Experimenten und schneller Iteration passt eher zum Head of Marketing.

Das bedeutet nicht, dass jeder Post nur eine Funktionsbezeichnung targeten muss. Es bedeutet, dass du bewusster entscheidest, welches Entscheidungsproblem der Content löst.

Die breitere Übersetzung von Zielgruppeninformationen in Botschaft und Kanal behandeln wir in vom Zielgruppenprofil zur Kommunikationsstrategie.

Ein breites Marketingprofil ist der Ausgangspunkt

Die vier Marketingprofile in diesem Artikel basieren auf wiederkehrenden Mustern aus Untersuchungen, die Neurofactor über Jahre innerhalb dieser Zielgruppe durchgeführt hat. Dadurch lassen sich breite Unterschiede zwischen Marketingmanager, CMO, Brandmanager und Head of Marketing bei Belegbedarf, Risiko, Einwänden, Zeithorizont und Kauflogik beschreiben.

Die Profile sind bewusst generalisiert. Was für einen CMO als überzeugender Beleg gilt, hängt auch davon ab, was verkauft wird. Software, Forschung, Beratung oder eine Arbeitgeberproposition können unterschiedliche Assoziationen, Einwände und Entscheidungskriterien aktivieren.

Für das beste Ergebnis sollte das breite Funktionsprofil deshalb mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung und der konkreten Entscheidungssituation verbunden werden. Mit einem Zielgruppenprofil und einer Assoziationskarte wird sichtbar, welche allgemeinen Muster relevant bleiben und welche Assoziationen spezifisch für dein Angebot sind.

Möchtest du wissen, wie Marketingfunktionen dein Produkt oder deine Dienstleistung wahrnehmen? Kontaktiere Neurofactor, um das Profil auf deine Proposition zuzuschneiden.

Fazit: Verkaufe nicht an Marketing, sondern an die Entscheidung

Marketingmanager, CMO, Brandmanager und Head of Marketing teilen ein Fachgebiet. Sie müssen nicht dasselbe Risiko sehen, denselben Beleg akzeptieren oder dasselbe Tempo erwarten.

Deshalb funktioniert eine einzige generische Marketing-Pitch selten bei allen vier gleich gut.

Im nächsten Artikel dieser Serie stellen wir zwei Rollen direkt gegenüber: CMO versus Marketingmanager. Beide wollen Ergebnis. Der eine muss es intern verteidigen können, während der andere zuerst wissen will, ob die Lösung morgen umsetzbar ist.

Begriffe

Belegbedarf
Die Form der Unterbauung, die eine Zielgruppe braucht, um einen bestimmten Claim glaubwürdig genug zu finden, um ihn weiter zu bewerten oder zu akzeptieren.
BIS
Eine richtungsweisende Perspektive auf Sensitivität für mögliche negative Ergebnisse und Vermeidung. Die Werte in diesem Blog sind richtungsweisende Zielgruppen-Profilwerte auf Basis wiederkehrender Muster aus Neurofactor-Forschung und keine individuelle Diagnose.
BAS
Eine richtungsweisende Perspektive auf Annäherungsmotivation in Richtung Chancen und Belohnung. Die Werte in diesem Blog sind richtungsweisende Zielgruppen-Profilwerte auf Basis wiederkehrender Muster aus Neurofactor-Forschung und keine individuelle Diagnose.
Delay-Discount-Rate k
Eine richtungsweisende Angabe dazu, wie stark schnellere Ergebnisse gegenüber weiter in der Zukunft liegenden Ergebnissen gewichtet werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie verkauft man an einen Marketingmanager?

Praktisch beginnen. Zeige, wie das Angebot Zeit spart, in den bestehenden Workflow passt und konkrete Kampagnen- oder Lead-Ergebnisse liefert. Halte den Einstieg klein und die Umsetzung einfach.

Wie verkauft man an einen CMO?

Verknüpfe das Angebot mit Markenwert und kommerziellem Beitrag und liefere Belege, die intern verteidigt werden können. Dazu gehören Benchmarks, Marken- oder Umsatzcases und klare KPIs.

Was ist einem Brandmanager beim Kauf wichtig?

Im aggregierten Neurofactor-Profil wiegen Zuverlässigkeit, Markenfit und die Vermeidung von Markenschäden schwer. Forschungsqualität und Brand-Cases sind daher relevanter als schnelle Performance-Zahlen allein.

Was überzeugt einen Head of Marketing?

Zeige schnell und transparent, was das Angebot mit Funnel, Pipeline oder einer anderen Wachstumskennzahl macht. Pilot, Dashboard und skalierbarer Messplan passen gut zu dieser Kauflogik.

Wie sind die BIS-, BAS- und k-Werte in diesem Artikel zu verstehen?

Die Werte sind richtungsweisende Profilwerte, mit denen Neurofactor wiederkehrende Forschungsmuster auf Zielgruppenebene zusammenfasst. Sie machen Unterschiede zwischen Funktionen vergleichbar, sind aber keine individuellen psychologischen Testergebnisse. Für ein konkretes Produkt oder eine konkrete Dienstleistung werden sie zusammen mit den relevanten Assoziationen und der Entscheidungssituation weiter zugeschnitten.

Braucht jede Marketingfunktion eine eigene Proposition?

Nicht zwingend. Häufig bleibt die Kernproposition gleich und vor allem die Reihenfolge der Argumente, die Art der Belege, der erste Case und der nächste Schritt ändern sich.

Quellen

  1. 1.Behavioral inhibition, behavioral activation, and affective responses to impending reward and punishment: The BIS/BAS Scales - Journal of Personality and Social Psychology (1994)
  2. 2.Heroin addicts have higher discount rates for delayed rewards than non-drug-using controls - Journal of Experimental Psychology: General (1999)
  3. 3.The Influence of Source Credibility on Communication Effectiveness - Public Opinion Quarterly (1951)
  4. 4.Personal involvement as a determinant of argument-based persuasion - Journal of Personality and Social Psychology (1981)

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Geprüft von: Martijn den Otter · Zuletzt geprüft: 5.10.2026

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Martijn den Otter

Oprichter van Neurofactor. Expert in neuromarketing en consumentenpsychologie.

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