
Sie verkaufen Entwicklung. Aber was bedeutet Entwicklung für den Käufer?
Ein Weiterbildungsprogramm kann hervorragend sein und trotzdem bei drei Verantwortlichen ganz unterschiedliche Reaktionen auslösen. Der L&D Manager fragt, wie Teilnehmende das Gelernte im Arbeitsalltag anwenden. Der Talent Manager möchte wissen, ob künftige Schlüsselpositionen besser besetzt werden können. HR Development fragt, ob die begleitende Person das Team und die Unternehmenskultur versteht.
Das sind keine austauschbaren HR-Zielgruppen. Entwicklung kann bedeuten: nachweisbarer Lerntransfer, die Bindung wichtiger Talente oder eine Intervention, die im konkreten Team ankommt. Wer Trainings, Coaching, Assessments oder Entwicklungsprogramme verkauft, braucht deshalb mehr als eine inspirierende Programmbeschreibung. Entscheidend ist der Nachweis für das Ergebnis und das Risiko, für das die jeweilige Funktion verantwortlich ist.
Ein Entwicklungsprogramm. Drei unterschiedliche Fragen.
Stellen Sie sich ein Führungskräfteprogramm mit einem Vorgespräch, sechs Workshops, Coaching und einer digitalen Lernumgebung vor. Alle drei Funktionen können sich dafür interessieren. Doch ihre ersten Fragen unterscheiden sich deutlich.
Der L&D Manager fragt, welches Verhalten sich am Arbeitsplatz verändert und wie sich das überprüfen lässt. Der Talent Manager möchte wissen, ob das Angebot künftige Nachfolger für Schlüsselpositionen vorbereitet und ob die Beurteilungsinstrumente wissenschaftlich tragfähig sind. HR Development fragt, ob die Trainerin oder der Coach mit einem Team arbeiten kann, dessen Führungskraft wenig Zeit hat und in dem bereits Vertrauen verloren ging.
Ein Curriculum allein beantwortet keine dieser Fragen ausreichend. Relevant wird das Angebot erst, wenn es an das konkrete Problem, die Verantwortung und die Folgen einer Fehlentscheidung anknüpft.
Drei Entwicklungsfunktionen im direkten Vergleich
Diese Gegenüberstellung basiert auf den ursprünglichen Neurofactor-Zielgruppenkarten für L&D und Organisationsentwicklung. Sie fasst die Quellenfelder zu Aufgaben, Schmerzpunkten, Ängsten, Einwänden, Nachweisen und Kontaktwegen zusammen.
| Dimension | L&D Manager | Talent Manager | HR Development |
|---|---|---|---|
| Verantwortung | Lernangebot, Lernsysteme und Budget | Talentförderung, Laufbahnen und Nachfolge | Team- und Führungskräfteentwicklung nah an der Linie |
| Wichtigstes Problem | Trainings finden statt, Wirkung im Alltag bleibt unklar | Talente gehen oder werden nicht erkannt | Die Linie will spät eine schnelle Lösung |
| Größte Angst | Ein ungenutztes Programm vor der Geschäftsführung rechtfertigen müssen | Talent verlieren oder Schlüsselposition falsch besetzen | Eine Intervention verfehlt das Team und kostet Vertrauen |
| Typischer Einwand | Wirkung, Skalierbarkeit, Integration und Kosten pro Person | Wissenschaftliche Basis, Objektivität, Akzeptanz | Individualisierung, Qualität der Begleitung, fehlendes eigenes Budget |
| Erwarteter Nachweis | Transfer- und Wirkungsmessung, L&D-Referenzen, Plattformanbindung | Wissenschaftliche Fundierung, Validierung, Referenzen | Referenzen aus der Linie, gute Auftragsklärung, überzeugende Begleitung |
| Bevorzugter Weg | L&D-Kollegen oder Fachveranstaltung, danach Pilot | Talentnetzwerk oder HR-Leitung, danach Fachpräsentation | Kollegen oder Führungskraft, danach Erstgespräch |
Ein Funktionsname sagt nicht automatisch, wer die Entscheidung unterschreibt. Bei größeren Programmen kann die HR-Leitung beteiligt sein; bei einer Teammaßnahme kann das Budget direkt in der Linie liegen.

Das auffällige Muster: gleiche Motivation, andere Beweise
Sowohl L&D Manager als auch HR Development erreichen im breiten Funktionsprofil einen BAS-Wert von 6. Daraus folgt nicht, dass dieselbe positive Werbebotschaft beide gleichermaßen überzeugt. Der L&D Manager sieht Chancen, Lernen nachweisbar wirksamer zu machen. HR Development sieht Chancen, einer konkreten Führungskraft und ihrem Team mit einer passenden Maßnahme zu helfen.
Der Talent Manager hat hier BAS 5. Das bedeutet nicht, dass ihm Entwicklung weniger wichtig wäre. Die Quellkarte betont sorgfältige Talentidentifikation, verlässliche Beurteilung und die langfristige Besetzung kritischer Positionen. Ein emotionaler Slogan zu schnellem persönlichem Wachstum kann deshalb weniger relevant sein als die Validität eines Assessments und die anschließende Entwicklung.
Entscheidend ist nicht, wer sich am meisten begeistert. Entscheidend ist, welche Form von Fortschritt die jeweilige Funktion verantworten kann.
L&D Manager: Zeige, was nach dem Training im Alltag passiert
L&D Manager verantworten das Lernangebot, die Infrastruktur und häufig das Weiterbildungsbudget. Die Quellkarte nennt ein wiederkehrendes Problem: Mitarbeitende absolvieren Trainings, doch die Umsetzung im Arbeitsalltag bleibt unklar. Angebote sind teilweise aus einzelnen Abteilungswünschen entstanden statt aus der Strategie. Auch Lernplattformen werden nicht immer ausreichend genutzt.
Die größte Angst: ein Programm einkaufen, das kaum jemand nutzt, und anschließend die Entscheidung vor der Geschäftsführung erklären müssen. Positive Bewertungen direkt nach dem Seminar reichen deshalb nicht. Zeige, wie Lernziele in beobachtbares Verhalten übersetzt werden, wie Führungskräfte die Anwendung unterstützen und welche Daten vor und nach der Maßnahme erhoben werden. Erkläre auch, wie das Programm in vorhandene Systeme und Lernpfade integriert wird.
Eine belastbare Fallstudie nennt Ausgangslage, Messverfahren, tatsächliche Ergebnisse soweit vorhanden und Grenzen der Aussage. Die Frage nach Kosten pro Teilnehmendem wird so Teil einer umfassenderen Wirkungsbetrachtung.
Talent Manager: Entwicklung muss auch die Nachfolge absichern
Für Talent Manager ist Entwicklung eng mit der künftigen Besetzung wichtiger Positionen verbunden. Laut Zielgruppenkarte verlassen Talente das Unternehmen oder bleiben unsichtbar, während eine belastbare Nachfolgeplanung fehlt. Führungskräfte verwenden teils unterschiedliche Talentdefinitionen und beurteilen Personen nicht immer vergleichbar.
Deshalb genügt kein attraktives Trainingsprogramm. Wie fundiert sind die eingesetzten Instrumente? Was misst ein Assessment tatsächlich, für welchen Einsatz wurde es validiert, und wie werden Ergebnisse interpretiert? Wie verhindert das Verfahren eine Scheingenauigkeit? Welche Entwicklungsschritte schließen sich an?
Ein einmaliger Test ohne Begleitung löst das eigentliche Problem nicht. Zeige den gesamten Weg: gemeinsame Talentdefinition, sorgfältige Einschätzung, Entwicklungsplan, Einbindung der Führungskräfte und regelmäßige Überprüfung der Nachfolge. Versprich nicht, Potenzial fehlerfrei zu erkennen oder Fluktuation sicher zu verhindern.
HR Development: Die Maßnahme muss bei diesen Menschen ankommen
HR Development arbeitet nah an Führungskräften und Teams und verfügt häufig nicht über ein eigenes Budget. Die Quellkarte beschreibt eine anspruchsvolle Ausgangslage: Die Linie sucht oft erst spät Hilfe und erwartet dann eine schnelle Trainingslösung. Die Ursachen können jedoch ebenso in Führungsverhalten, Zusammenarbeit oder Arbeitsabläufen liegen.
Die größte Angst ist eine Intervention, die nicht passt und das Vertrauen der Linie beschädigt. Deshalb gehört die Auftragsklärung zum eigentlichen Wertangebot. Frage, was konkret passiert, wer Verantwortung trägt, was bisher versucht wurde und welche Veränderung für die Beteiligten erkennbar sein müsste.
Die Qualität der begleitenden Person ist im Profil besonders wichtig. Referenzen von Führungskräften, ein Kennenlernen des Coaches und eine individuelle Vorgehensweise können stärker überzeugen als ein umfangreicher Katalog. Wer auf jede Anfrage sofort mit demselben Standardseminar antwortet, verstärkt das Risiko, das HR Development vermeiden möchte.
Was BIS, BAS und k tatsächlich aussagen
Die Karten enthalten drei Werte, die Unterschiede der breiten Funktionsprofile verdeutlichen. Es handelt sich nicht um individuell gemessene Eigenschaften oder repräsentative Populationsmittelwerte.
| Profilwert | L&D Manager | Talent Manager | HR Development |
|---|---|---|---|
| BIS (0-10) | 6 | 6 | 5 |
| BAS (0-10) | 6 | 5 | 6 |
| Delay-Discount-Rate k | 0,20 | 0,10 | 0,25 |
BIS unterstützt die Einordnung von Vermeidungsmotivation: ungenutzte Lernangebote, fragwürdige Talentinstrumente oder unpassende Interventionen. BAS beschreibt die Chancen, die eine Rolle anstrebt. k steht für die Gewichtung späterer Ergebnisse, nicht für die Abschlusswahrscheinlichkeit oder die Dauer bis zur Kaufentscheidung.
Der relativ niedrige k-Wert des Talent Managers passt zur langfristigen Nachfolgeperspektive; HR Development muss häufiger auf den zeitlichen Druck der Linie reagieren. Konkrete Entscheidungen hängen trotzdem von Dringlichkeit, Budget, Zuständigkeit und Organisation ab.
Zeithorizont: aktueller Handlungsdruck trifft auf künftige Nachfolge
Aus einer Stellenbezeichnung lässt sich keine feste Länge des Verkaufsprozesses ableiten. Die Quellkarten zeigen aber, auf welchen Zeitraum sich die Verantwortung richtet. HR Development steht oft vor einem akuten Teamproblem und hat wenig Zeit für ausführliche Analysen. Die erste Frage lautet dann: Kann diese begleitende Person uns jetzt sinnvoll unterstützen?
Der L&D Manager betrachtet Wirkung über Lernprogramme, Plattformen und Budgetzyklen hinweg. Ein Anbieter muss erklären, wie das Gelernte über Wochen und Monate am Arbeitsplatz wirksam wird. Der Talent Manager denkt stärker in Talentpools und Schlüsselpositionen, die erst später zu besetzen sind. Dafür sind wiederholbare Beurteilungen und eine längerfristige Begleitung entscheidend.
Daraus folgt weder, dass HR Development zu schnellen Zusagen gedrängt werden sollte, noch dass Talent Manager immer langsam entscheiden. Wichtig ist, Belege für den Zeitraum zu liefern, für den die Funktion Verantwortung trägt.
Ein fiktives Führungsprogramm, drei Wege zum Vertrauen
Nehmen wir ein fiktives Angebot mit sechs Workshops, Lernplattform, optionalem Assessment und Coaching. Das Beispiel verdeutlicht unterschiedliche Verkaufsgespräche; es ist kein Neurofactor-Experiment und enthält keine behaupteten Messergebnisse.
L&D Manager. Beginne mit Lernzielen, Transferkonzept und Integration in bestehende Systeme. Zeige mögliche Verhaltensindikatoren, eine Ausgangsmessung und eine Nachbefragung oder Beobachtung. Frage, welche Informationen die Geschäftsführung zur Bewertung benötigt.
Talent Manager. Kläre zunächst die Frage der Nachfolgeplanung. Zeige, wofür das Assessment geeignet ist, welche Validitätsbelege vorliegen und wo Grenzen bestehen. Verbinde Beurteilung, Feedback, Entwicklung und Beteiligung der Führungskräfte.
HR Development. Starte mit einem Gespräch mit der zuständigen Führungskraft. Prüfe, ob Training wirklich die geeignete Intervention ist. Ermögliche ein Kennenlernen der begleitenden Person und konkretisiere das Programm erst nach der Auftragsklärung.
Das Grundangebot muss nicht dreimal neu erfunden werden. Reihenfolge der Argumente, Nachweise und interne Entscheidungswege unterscheiden sich.

Aus dem Funktionsprofil werden Botschaft, Beleg und Kontaktweg
Ein wirksamer B2B-Pitch beginnt mit dem angestrebten Ergebnis und dem Risiko einer Fehlentscheidung, nicht nur mit dem Funktionsnamen im CRM.
| Element | L&D Manager | Talent Manager | HR Development |
|---|---|---|---|
| Erste Botschaft | Lernen verändert nachweisbar Verhalten | Talente fundiert erkennen und entwickeln | Passende Unterstützung für dieses Team |
| Erster Beleg | Transferfall, Evaluationsplan, Systemintegration | Fundierung, Validität, langfristige Entwicklung | Auftragsklärung, Coachprofil, Linienreferenz |
| LinkedIn-Thema | Von Seminarzufriedenheit zu Lerntransfer | Was Assessments leisten können - und was nicht | Wann ein Training nicht die richtige Lösung ist |
| Erstgespräch | Lernziele, Skalierung, Systeme, Budget | Talentdefinition, Nachfolge, Datennutzung | Tatsächliches Problem, Kultur, Budgetträger |
| Nächster Schritt | Pilot mit festgelegten Erfolgskriterien | Fachgespräch zur Methode und ihren Grenzen | Gemeinsame Auftragsklärung mit der Linie |
Das sind aus der Quellkarte abgeleitete Kommunikationsansätze, keine nachgewiesenen Conversion-Gewinner.
Drei Gesprächseinstiege für dasselbe Angebot
Für den L&D Manager: „Wie zeigen Sie, dass dieses Führungsprogramm im Arbeitsalltag etwas verändert und nicht nur bei der Seminarbewertung gut abschneidet?“ Damit sprechen Sie Lerntransfer und die Rechenschaft gegenüber der Geschäftsführung an.
Für den Talent Manager: „Woher wissen Sie, dass Sie die Menschen entwickeln, die künftig Schlüsselpositionen übernehmen können, und dass die Einschätzung dafür belastbar ist?“ Damit beginnt ein Gespräch über Talentdefinition, Validität und Nachfolge.
Für HR Development: „Was müsste sich in diesem Team verändern, bevor wir überhaupt beurteilen können, ob Training die richtige Intervention ist?“ Damit nehmen Sie die Notwendigkeit einer guten Auftragsklärung ernst.
Das sind redaktionelle Beispiele aus den Angst-, Einwand- und Nachweisfeldern der Karten. Sie wurden nicht als erfolgreichste Werbebotschaften experimentell getestet.
LinkedIn schafft Aufmerksamkeit. Vertrauen entsteht im Entscheidungsprozess.
In allen drei Quellkarten ist LinkedIn ein relevanter Informations- und Orientierungskanal. Der bevorzugte Entscheidungsweg geht jedoch weiter: L&D Manager vertrauen auf Empfehlungen von Fachkollegen oder Veranstaltungen und prüfen anschließend einen Piloten. Talent Manager nutzen ihr Netzwerk und die HR-Leitung, bevor sie fachliche Präsentationen verlangen. HR Development orientiert sich an Kollegen und Führungskräften und bevorzugt danach ein Gespräch zur Auftragsklärung.
Ein aufmerksamkeitsstarker Post ersetzt weder Methodenbelege noch Referenzen oder die Einbindung der Linie. Der passende nächste Schritt kann für L&D eine Fallstudie zum Transfer sein, für Talentmanagement ein Methodengespräch und für HR Development eine sorgfältige Bedarfsanalyse.
Auch das Budgetmandat unterscheidet sich. Ein L&D Manager kann innerhalb des Weiterbildungsbudgets entscheiden, während HR Development möglicherweise die Zustimmung einer Führungskraft benötigt. Wer keinen eigenen Etat hat, kann dennoch die entscheidende interne Vertrauensperson sein.
Fünf Fragen vor dem nächsten Entwicklungs-Pitch
- Welches Ergebnis muss die Person intern rechtfertigen? Lerntransfer, Nachfolgesicherheit oder Veränderung im Team.
- Welche Fehlentscheidung soll verhindert werden? Ungenutztes Programm, falsche Talentbeurteilung oder Vertrauensverlust.
- Welche Belege existieren wirklich? Zeige Messkonzepte und valide Instrumente, ohne Ergebnisse zu erfinden.
- Wer trägt die Kosten und wer muss mitwirken? L&D, HR-Leitung und Linienmanagement haben unterschiedliche Rollen.
- Welcher konkrete nächste Beschluss steht an? Pilot, Methodenpräsentation oder Erstgespräch können wichtiger sein als ein sofortiges Angebot.
Mit denselben Fragen lässt sich auch LinkedIn-Content präziser gestalten. Es geht nicht darum, „alle HR-Entscheider“ gleichzeitig zu erreichen, sondern eine konkrete Kaufentscheidung vorzubereiten.
Fundierte breite Funktionsprofile sind keine Einzelpersonen-Prognosen
Die Zielgruppenkarten dieser Serie basieren auf wiederkehrenden Mustern aus mehreren Jahren Neurofactor-Forschung mit diesen und vergleichbaren Zielgruppen. Sie umfassen vierzig Merkmale und bieten ein fundiertes breites Funktionsprofil. Das ist mehr als eine freie Vermutung über eine Stellenbezeichnung, aber kein unmittelbar gemessener Populationsmittelwert und keine Beschreibung jeder einzelnen Person.
Branche, Unternehmensgröße, Budget, Entscheidungsbefugnis, Produkt oder Dienstleistung, Preis und konkrete Kaufsituation können die Prioritäten verändern. Pflichtschulungen und freiwilliges Führungskräftecoaching werden unter unterschiedlichen Bedingungen eingekauft. Außerdem kann eine Person mehrere Aufgabenbereiche übernehmen.
Für ein konkretes Angebot ergänzen wir das breite Profil um eine Zielgruppenkarte und eine Assoziationskarte. BIS, BAS und k sind keine EEG-Aufzeichnungen dieser Berufsgruppen, keine individuellen Diagnosen und keine Kaufprognosen.
Möchten Sie wissen, wie L&D Manager, Talent Manager oder HR Development Ihr Training, Coaching oder Programm sehen? Kontaktieren Sie Neurofactor und lassen Sie das breite Profil in Ihr Angebot übersetzen.
Warum eine Assoziationskarte den entscheidenden Kontext ergänzt
Ein Funktionsprofil zeigt typische Aufgaben, Einwände und Nachweisbedürfnisse. Es sagt noch nicht, welche spontanen Bedeutungen Ihr konkretes Training, Coaching oder Assessment auslöst. Der Begriff Assessment kann mit Objektivität und wissenschaftlicher Sorgfalt verbunden werden, aber auch mit Kontrolle, Auswahl oder einer unpersönlichen Bewertung. Welche Assoziationen überwiegen, muss bei der tatsächlichen Zielgruppe untersucht werden.
Hier ergänzt die Assoziationskarte das breite Profil. Zuerst wird erforscht, welche Bedeutungen Menschen mit dem Angebot und der Situation verbinden. Danach werden sie mit der gewünschten Positionierung und den Einwänden abgeglichen. Daraus entstehen Sprache, Beweisführung, Bildwelt und Kontaktstrategie.
Bei einem L&D-Angebot kann „messbare Lernwirkung“ für Glaubwürdigkeit stehen und gleichzeitig zusätzliche Verwaltungsarbeit befürchten lassen. Ein Assessmentanbieter muss womöglich die Verbindung von Objektivität und menschlicher Beurteilung erklären. Ohne diese Vertiefung bleibt selbst ein gutes Funktionsprofil zu allgemein.
Sie verkaufen nicht nur Entwicklung. Sie machen eine Entscheidung begründbar.
Der L&D Manager muss zeigen, dass Lernen im Alltag angewendet wird und einen relevanten Beitrag leistet. Der Talent Manager möchte künftige Schlüsselpositionen sorgfältig vorbereiten und Talente binden. HR Development braucht eine Intervention, die zu Menschen, Führungskräften und Kultur passt. Ein Angebot kann allen drei helfen, doch nicht mit derselben undifferenzierten Aussage.
Der nächste Schritt ist nicht nur eine stärkere Überschrift im Vertriebsdeck. Es geht darum, das verantwortete Ergebnis, das zu vermeidende Risiko und die dafür notwendigen Belege sichtbar zu machen.
Weiterführend sind die Artikel L&D Manager versus Talent Manager sowie HR Development versus L&D.
Begriffe
- L&D Manager
- Verantwortliche Funktion für Lernangebote, Lernsysteme, Budget und den Beitrag von Weiterbildung zum Arbeitsalltag.
- Talent Manager
- Verantwortliche Funktion für Talentidentifikation, Entwicklung, Laufbahnen und Nachfolgeplanung.
- HR Development
- Entwicklungsberatung für Führungskräfte und Teams, häufig ohne eigene Budgethoheit.
- Lerntransfer
- Die tatsächliche Anwendung des Gelernten im Arbeitsalltag nach einer Weiterbildung.
- Wirkungsmessung
- Strukturierte Prüfung vorab definierter Veränderungen unter Berücksichtigung der Messgrenzen.
- Talentidentifikation
- Sorgfältiges Erkennen relevanter Fähigkeiten und Potenziale für ein bestimmtes Entwicklungs- oder Nachfolgeziel.
- Validität
- Ausmaß, in dem vorhandene Belege die beabsichtigte Interpretation und Nutzung eines Instruments rechtfertigen.
- Kulturpassung
- Übereinstimmung von Vorgehen, Begleitung und Intervention mit dem organisationalen Kontext.
- BIS/BAS
- Dimensionen zur Beschreibung von Vermeidungs- und Annäherungsmotivation; hier als breite Profilwerte.
- Delay-Discount-Rate (k)
- Parameter der zeitlichen Bewertung späterer Ergebnisse; keine Aussage über Abschlusstag oder Kaufwahrscheinlichkeit.
- Zielgruppen- und Assoziationskarte
- Kombination aus Zielgruppenmerkmalen und erforschten Bedeutungen rund um ein konkretes Angebot.
Häufig gestellte Fragen
Warum erwarten drei Entwicklungsfunktionen unterschiedliche Beweise?
Weil der L&D Manager die Wirkung im Arbeitsalltag verantwortet, der Talent Manager Nachfolge und Bindung absichern muss und HR Development eine passende Intervention für die Linie sucht. Jede Funktion schützt sich vor anderen Fehlentscheidungen.
Welche Nachweise überzeugen einen L&D Manager?
Fallstudien zu Lerntransfer und Wirkung, Referenzen vergleichbarer L&D-Verantwortlicher, ein sinnvoller Evaluationsplan und die Integration in vorhandene Lernsysteme.
Wie überzeugt man einen Talent Manager von einem Assessment?
Mit wissenschaftlicher Fundierung, Validierungsbelegen für den beabsichtigten Einsatz, transparenter Interpretation, klaren Grenzen und einem anschließenden Entwicklungsprozess.
Warum ist die Auftragsklärung für HR Development so wichtig?
Weil die Ursache eines Teamproblems nicht unbedingt fehlendes Wissen ist. Ein Vorgespräch zeigt, ob die Intervention, die begleitende Person und die Kultur zusammenpassen.
Wie sind BIS, BAS und k bei den Profilen zu verstehen?
Es sind breite Funktionsprofilwerte für Vermeidungs- und Annäherungsmotivation sowie Zeitpräferenz: L&D Manager 6/6/0,20, Talent Manager 6/5/0,10 und HR Development 5/6/0,25. Keine individuelle Messung oder Kaufprognose.
Wie werden die Profile auf das eigene Angebot zugeschnitten?
Erforsche die Assoziationen der Zielgruppe zum konkreten Angebot, den Entscheidungskontext, beteiligte Personen und erforderliche Belege. Kombiniere das Funktionsprofil mit Zielgruppen- und Assoziationsforschung.
Quellen
- 1.Behavioral Inhibition, Behavioral Activation, and Affective Responses to Impending Reward and Punishment: The BIS/BAS Scales - Carver & White / Journal of Personality and Social Psychology (1994)
- 2.Time Discounting and Time Preference: A Critical Review - Frederick, Loewenstein & O'Donoghue / Journal of Economic Literature (2002)
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Geprüft von: Martijn den Otter
Martijn den Otter
Oprichter van Neurofactor. Expert in neuromarketing en consumentenpsychologie.
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