Neurofactor
Zurück zur SerieErfahrene Pflegekraft denkt über die Praxisanleitung nach und sieht sich gleichzeitig mit beruflichen Anforderungen konfrontiert.
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Warum Mitarbeitende keine Mentoren oder Praxisanleiter werden wollen

16 Min. Lesezeit29.10.2026

Eine erfahrene Mitarbeiterin erfährt, dass ihr Team bald neue Kollegen und Praktikanten aufnimmt. Sie findet es wichtig, dass junge Menschen den Beruf richtig erlernen. Sie selbst hatte am Anfang ihrer Laufbahn eine Kollegin, die geduldig erklärt hat, worauf es im Arbeitsalltag ankommt. Als ihre Führungskraft sie fragt, ob sie eine Mentorenrolle übernehmen möchte, antwortet sie trotzdem mit Nein.

Das wirkt zunächst widersprüchlich. Jemand möchte Wissen weitergeben, will aber keine Verantwortung für die Begleitung übernehmen. Wer nun lediglich fragt, ob diese Person engagiert genug ist, übersieht wahrscheinlich den eigentlichen Konflikt. Wer übernimmt meine Aufgaben, während ich etwas erkläre? Wer trägt die Verantwortung, wenn der Auszubildende einen Fehler macht? Kann ich überhaupt gut anleiten? Und warum wird so getan, als wäre das alles ohne zusätzlichen Aufwand möglich?

Für Organisationen, die auf Ausbildung, Praktika und interne Entwicklung angewiesen sind, ist das eine wichtige Frage. Eine Arbeitgebermarke kann attraktive Lernmöglichkeiten versprechen, während die Beschäftigten, die diese Lernmöglichkeiten ermöglichen sollen, kaum Unterstützung erhalten. Dieser Artikel zeigt, wie positive und negative Assoziationen zur Begleitung gleichzeitig bestehen können, wie sich diese Spannung erforschen lässt und weshalb bessere Arbeitsbedingungen manchmal wichtiger sind als eine überzeugendere Kampagne.

Fehlende Mentoren bedeuten nicht automatisch fehlende Motivation

Wenn sich zu wenige Beschäftigte freiwillig als Praxisanleiter oder Mentoren melden, wird das Problem häufig mit mangelndem Engagement erklärt. Vielleicht möchten die Mitarbeiter keine Zusatzverantwortung übernehmen, vielleicht sehen sie die Vorteile nicht oder vielleicht fühlen sie sich zu wenig für den Nachwuchs verantwortlich. Diese Erklärungen sind denkbar. Sie dürfen aber nicht mit einer Diagnose verwechselt werden. Manchmal ist die Dienstplanung bereits ausgelastet, die Rolle schlecht definiert oder eine frühere Ausbildungsphase musste ohne zusätzliche Kapazität bewältigt werden.

Eine qualitative Untersuchung mit 27 Mentoren berücksichtigte persönliche Motive, organisatorische Bedingungen, die Attraktivität einer möglichen betreuten Person und die Folgen für den Mentor. Sie erweitert die Forschungsfragen, erklärt aber keine individuelle Ablehnung eindeutig. Allen, Poteet & Burroughs, 1997.

Es macht einen entscheidenden Unterschied, ob jemand nicht will, nicht kann oder die derzeitigen Bedingungen für unverantwortlich hält. Jede dieser Situationen erfordert andere Maßnahmen. Bereits in einer Untersuchung mit 607 Führungskräften standen unter anderem vorherige Mentorenerfahrungen, die Beziehung zur eigenen Führungskraft und berufliche Anspannung mit unterschiedlichen Aspekten der Bereitschaft zur Betreuung anderer in Verbindung. Allen et al., 1997.

Die erste Frage sollte deshalb nicht lauten: 'Wie überreden wir unsere Leute?' Zielführender ist: 'Welche Bedeutung hat diese Rolle für die Beschäftigten, welche konkreten Anforderungen bringt sie mit und welche Voraussetzungen schafft unsere Organisation?' Eine fundierte Untersuchung beginnt vor dem nächsten Aufruf an Freiwillige.

Derselbe Wunsch kann anziehen und abschrecken

Ein Mitarbeiter kann stolz auf seinen Beruf sein, sich über die Entwicklung junger Kollegen freuen und wertvolles Fachwissen weitergeben wollen. Diese positiven Assoziationen sind durchaus ernst zu nehmen. Gleichzeitig kann das Wort 'Praxisanleitung' an Zeitdruck, Dokumentation, mögliche Fehler, Kritik oder unangenehme Erfahrungen erinnern. Beides muss kein Widerspruch sein. Die Reaktionen beziehen sich auf unterschiedliche erwartete Folgen derselben Tätigkeit.

Eine Befragung mit der Frage 'Helfen Sie jungen Kollegen gerne?' erfasst etwas anderes als 'Würden Sie ab dem kommenden Monat unter den aktuellen Bedingungen einen Praktikanten anleiten?' Die erste Frage betrifft eine grundsätzlich positive Bedeutung. Die zweite betrifft eine konkrete Entscheidung, bei der Zeit, Verantwortung, Befugnisse und Unsicherheit eine Rolle spielen. Wer die Antworten gleichsetzt, riskiert eine falsche Intervention.

Ragins und Scandura untersuchten erwartete Vor- und Nachteile der Mentorenrolle bei 275 Führungskräften. Personen ohne Mentorenerfahrung erwarteten im Durchschnitt mehr Nachteile und weniger Vorteile als erfahrene Mentoren. Die Erwartungen standen mit der Mentorenabsicht in Zusammenhang. Das macht solche Erwartungen zu einem sinnvollen Forschungsgegenstand, beweist aber nicht, welcher Faktor bei einer einzelnen Person entscheidend war. Ragins & Scandura, 1999.

Mentor, Buddy und Praxisanleiter sind nicht dieselbe Rolle

In internen Unterlagen werden diese Begriffe manchmal nebeneinander verwendet. Für die Beschäftigten können sie sehr verschiedene Aufgaben bedeuten. Ein Buddy hilft neuen Kollegen bei der Orientierung im Betrieb. Ein Mentor unterstützt die persönliche und fachliche Entwicklung, häufig über einen längeren Zeitraum. Ein Praxisanleiter begleitet Lernen im Rahmen einer Ausbildung oder eines Praktikums und muss gegebenenfalls dokumentieren, Rückmeldung geben oder an Beurteilungen mitwirken. Hinzu kommen je nach Branche Regeln zur Fachaufsicht, Befugnisse oder Qualifikationsanforderungen.

Jemand kann gerne neue Kollegen einarbeiten und trotzdem keine formale Prüfungsverantwortung übernehmen wollen. Eine andere Person mag das Coaching, möchte aber nicht während eines ohnehin überlasteten Dienstes als einzige Ansprechperson zur Verfügung stehen. Das ist nicht zwangsläufig ein verborgenes psychologisches Problem. Häufig ist der Auftrag selbst unklar.

Vor der Ansprache potenzieller Mentoren müssen deshalb Dauer, erwarteter Zeitaufwand, Zuständigkeiten, erforderliche Qualifikation und Möglichkeiten zur Unterstützung definiert werden. Wer dokumentiert Lernfortschritte? Wer entscheidet über Bewertungen? An wen kann sich ein Mentor bei Schwierigkeiten wenden? Forschung zu formellen Mentoringprogrammen zeigt Zusammenhänge zwischen Programmdesign, Klarheit, Mentorbindung und wahrgenommener Wirksamkeit. Das ist kein Beleg für ein einheitliches Programm, das in jedem Beruf funktionieren muss. Allen, Eby & Lentz, 2006.

Die assoziative Ebene: vom Ideal zur befürchteten Folge

Eine Aufgabe besteht nicht nur aus Pflichten auf Papier. Begriffe wie 'Mentor', 'Vorbild', 'Verantwortung' oder 'Beurteilung' können unterschiedliche Bedeutungen aktivieren. Für die eine Person signalisiert die Anfrage Anerkennung: Man vertraut meiner Erfahrung. Für eine andere klingt sie nach zusätzlicher Haftung: Am Ende muss ich auch die Fehler anderer auffangen. 'Wissen weitergeben' wirkt sinnstiftend, während 'noch ein Praktikant' sofort die Erinnerung an eine überfordernde Schicht auslösen kann.

Theorien zur assoziativen und propositionalen Bewertung unterscheiden automatisch aktivierte Verbindungen von bewusst formulierten Überzeugungen. Das kann erklären helfen, warum eine Person die Aufgabe grundsätzlich befürwortet und dennoch zurückhaltend reagiert. Ein Reaktionszeittest zeigt allerdings nicht unmittelbar, weshalb ein bestimmter Mitarbeiter ablehnt. Auch eine negative Assoziation ist kein unveränderliches Persönlichkeitsmerkmal. Gawronski & Bodenhausen, 2006.

Für Neurofactor ist deshalb die Kombination entscheidend. Welche Bedeutungen machen Betreuung attraktiv? Was weckt Widerstand? Welche Erwartungen betreffen Anerkennung, Sicherheit, Überforderung oder fehlende Fairness? Diese Fragen dürfen niemals von der tatsächlichen Arbeitssituation getrennt werden. Bei real zu hoher Arbeitsbelastung kann ein neues positives Framing die fehlende Zeit nicht ersetzen.

Positive Assoziationen zur Wissensweitergabe können gleichzeitig mit Widerstand gegen eine konkrete Betreuung bestehen.

Sechs mögliche Formen des Widerstands richtig unterscheiden

Die folgende Matrix ist ein praktisches Diagnoseinstrument, keine validierte psychologische Skala und keine Einteilung in sechs neuronale Systeme. Dieselbe Aussage kann auf mehrere Ursachen hinweisen. Ziel ist es, Unterschiede zu prüfen, bevor HR für alle Beschäftigten dieselbe Motivationskampagne entwickelt.

Aussage oder SignalMögliche BedeutungWas muss geprüft werden?Sinnvolle erste Maßnahme
'Ich habe keine Zeit'Tatsächliche Arbeitslast oder unklarer AufwandDienstplan, Zeitbedarf, VertretungBetreuungszeit fest einplanen und absichern
'Was, wenn etwas schiefgeht?'Reale Sicherheitsfrage oder unklare VerantwortungBefugnisse, Eskalation und ZuständigkeitGrenzen und Unterstützung schriftlich klären
'Ich bin doch kein Lehrer'Unsicherheit bei Anleitung oder BewertungRolle, Schulung und ÜbungsmöglichkeitenBegleitete Einarbeitung und Coaching anbieten
'Das wird sowieso nicht anerkannt'Wahrgenommene UngerechtigkeitAnerkennung, Beurteilung und BelastungDen Beitrag sichtbar und fair berücksichtigen
'Wenn der Praktikant nicht mitzieht?'Unsicherheit über Passung und ZusammenarbeitMatching, Erwartungen und WechselmöglichkeitenKennenlernen und Anpassung ermöglichen
'Beim letzten Mal war es schlimm'Negative VorerfahrungWas ist passiert, was hat sich verändert?Ablauf verbessern, bevor erneut gefragt wird

In Studien zu formellen Mentoringprogrammen standen freiwillige Teilnahme, Einfluss auf das Matching, wahrgenommene Schulungsqualität und Unterstützung durch Führungskräfte mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen der Mentorenrolle in Verbindung. Solche Zusammenhänge begründen eine sorgfältige Programmgestaltung. Sie garantieren keinen bestimmten Effekt einer einzelnen Maßnahme. Parise & Forret, 2008.

Zeit ist Teil des Angebots und keine Ausrede

Eine Führungskraft kann Mentoring als Chance zur Entwicklung bezeichnen und gleichzeitig erwarten, dass dieselbe Arbeitsmenge erledigt wird. Für den Mitarbeiter ist das ein unvollständig beschriebenes Geschäft. Es geht nicht nur um die Minuten, in denen Fragen beantwortet werden. Zur Anleitung gehören auch Vorbereitung, Feedback, Dokumentation, Gespräche mit Ausbildungsträgern, unerwartete Situationen und die zusätzliche Aufmerksamkeit, die sichere Lernprozesse benötigen.

Das Job-Demands-Resources-Modell verdeutlicht, warum Anforderungen und verfügbare Ressourcen gemeinsam betrachtet werden müssen. Es wurde nicht speziell für Praxisanleitung entwickelt, bietet aber einen allgemeinen Rahmen zur Untersuchung von Belastung und Unterstützung am Arbeitsplatz. Bakker & Demerouti, 2007.

Eine niederländische Vignettenstudie zum freiwilligen informellen Mentoring zeigte positive Zusammenhänge zwischen lernorientierten Organisationswerten und Mentoringabsicht sowie negative Zusammenhänge mit hinderlichen Anforderungen wie Zeitdruck. Dabei wurden Absichten in hypothetischen Situationen untersucht, nicht die Wirkung eines neuen formellen Praxisanleiterprogramms gemessen. Roobol & Koster, 2020.

Deshalb müssen Organisationen zunächst den tatsächlichen Aufwand ermitteln. Was wird während der Anleitung nicht gleichzeitig erledigt? Wer springt ein? Welche Unterstützung ist jederzeit erreichbar? Eine Kampagne über die Freude am Beruf kann sonst gerade die Ungerechtigkeit verdeutlichen, die Beschäftigte bereits wahrnehmen.

Rollensicherheit: Wer trägt welches Risiko?

Die Sorge vor Fehlern ist nicht automatisch übertriebene Risikoaversion. Beschäftigte arbeiten mit Menschen, vertraulichen Daten, Maschinen oder Tätigkeiten, für die bestimmte Befugnisse erforderlich sind. Erfahrene Fachkräfte wissen, dass Lernen gefördert werden muss, ohne professionelle Grenzen zu ignorieren. Eine Ablehnung bei unklaren Zuständigkeiten kann deshalb Ausdruck von Verantwortung sein.

Daneben existiert eine soziale Dimension. Ein Mentor kann befürchten, eine Frage nicht beantworten zu können und vor einem Praktikanten an Ansehen zu verlieren. Eine Praxisanleiterin kann unsicher sein, wie sie schwierige Kritik formulieren soll. Andere möchten nicht zwischen der produktionsorientierten Führungskraft und dem ausbildungsorientierten Bildungsträger stehen. Fachliche Verantwortung, Anleitungskompetenz und soziale Rollensicherheit sind verschiedene Themen.

Forschung zur psychologischen Sicherheit in Teams zeigt Zusammenhänge mit offenem Lernen und dem Umgang mit zwischenmenschlichen Risiken. Sie misst allerdings nicht direkt die Bereitschaft zur Praxisanleitung. Edmondson, 1999. Für den Alltag lassen sich dennoch sinnvolle Fragen ableiten: Darf ein Mentor Hilfe anfordern? Kann er Unsicherheit eingestehen? Gibt es eine klare Rücksprachemöglichkeit bei Konflikten? Eine verlässliche Ansprechperson und klare Eskalationswege machen Sicherheit konkret.

Anerkennung, Berufsidentität und Sinn der Weitergabe

Mentoring kann als Anerkennung erlebt werden. Wer sein Handwerk weitergibt, sieht den eigenen Beitrag über den heutigen Arbeitstag hinaus. Neue Kollegen entwickeln sich, Wissen bleibt erhalten und das Team wächst zusammen. Doch dieselbe Rolle kann eine Statusverschiebung bedeuten. Eine fachlich ausgezeichnete Mitarbeiterin wird plötzlich an ihrer Fähigkeit zur Anleitung und Dokumentation gemessen, obwohl sie bisher vor allem für ihre praktische Arbeit geschätzt wurde.

Die Bewertung hängt von der Kultur des Teams ab. Wo Lernen als Teil professioneller Qualität gilt, kann Begleitung als Auszeichnung verstanden werden. Wo ausschließlich kurzfristiger Output zählt, wird sie möglicherweise als unsichtbare Zusatzlast angesehen. In einer qualitativen Studie mit zwanzig informellen Mentoren wurden mehrere Motivkategorien beschrieben, darunter eigennützige, auf den Mentee, die Beziehung oder die Organisation gerichtete Beweggründe. Janssen, Van Vuuren & De Jong, 2014.

Daraus sollten keine starren Persönlichkeitsklassen abgeleitet werden. Besser ist die Frage, welche Form der Anerkennung in diesem Team glaubwürdig ist. Ein Mitarbeiter möchte vielleicht mehr Einfluss auf die fachliche Ausbildung, ein anderer eine realistische Entlastung. 'Sinn' darf nicht zur Ersatzwährung werden, wenn konkrete Ressourcen fehlen.

Frühere Erfahrungen beeinflussen die Erwartungen

Wer selbst einen guten Mentor hatte, kennt den möglichen Wert einer solchen Beziehung. Das bedeutet nicht, dass er heute automatisch selbst Mentor werden möchte. Vielleicht konnte der frühere Mentor genügend Zeit investieren, während es im aktuellen Betrieb keine Entlastung gibt. Umgekehrt kann eine Person ohne Erfahrung den Aufwand überschätzen und unterschätzen, welche Unterstützung das Programm tatsächlich bietet.

Studien mit Führungskräften haben frühere Erfahrungen sowohl als Mentor als auch als betreute Person mit Aspekten der Mentorenbereitschaft in Verbindung gebracht. Allen et al., 1997. Weitere Forschung untersuchte prosoziale Dispositionen und Motive wie Hilfsbereitschaft oder Empathie als mögliche Korrelate. Daraus folgt ausdrücklich keine Eignungsdiagnostik für einzelne Beschäftigte. Allen, 200300046-5).

Erfahrungen können jedoch helfen, das tatsächliche Bild der Rolle zu verbessern. Lassen Sie erfahrene Mentoren ehrlich über Erfolge und Schwierigkeiten sprechen. Ermöglichen Sie Hospitationen, gemeinsame Anleitung und begrenzte Probeeinsätze. Fragen Sie danach, welche Erwartungen sich bestätigt haben. So entsteht Lernbereitschaft, ohne die Einladung zu einer moralischen Verpflichtung zu machen.

Fiktiver Fall: Eine Pflegeorganisation mit zu wenigen Praxisanleitern

Stellen wir uns eine regionale Organisation für stationäre Altenpflege mit mehreren Standorten und Teams vor. Sie möchte mehr Ausbildungsplätze anbieten, um zukünftige Fachkräfte auf den Beruf vorzubereiten. Viele erfahrene Beschäftigte sagen, dass sie jungen Menschen das Arbeiten gerne beibringen. Bei der Suche nach formellen Praxisanleitern melden sich trotzdem nur wenige. Die Leitung interpretiert den Unterschied zwischen Zustimmung und Beteiligung zunächst als mangelnde Motivation.

In einer ersten Erkundung könnten verschiedene Erfahrungen auftauchen. Eine Kollegin erinnert sich daran, dass sie in einem früheren Ausbildungsabschnitt ihre gesamte Schicht übernehmen und zusätzlich Lernleistungen beurteilen musste. Ein anderer Beschäftigter weiß nicht, wer bei Fehlern eines Lernenden verantwortlich ist. Eine dritte Person würde gerne coachen, fühlt sich aber beim Schreiben formeller Berichte unsicher. Jemand anderes empfindet die Anfrage als besondere Wertschätzung: Man vertraut mir die Entwicklung des Teams an. All diese Aussagen sind frei erfunden, nicht aus einem durchgeführten Forschungsprojekt übernommen.

Eine Kampagne mit der Botschaft 'Gib deine Leidenschaft weiter' könnte das Problem deshalb nur unzureichend bearbeiten. In diesem Beispiel müssen zuerst tatsächliche Arbeitsbelastung, Bewertungspflichten, Dienstplanung und Unterstützung geprüft werden. Erst wenn die Aufgabe realistisch definiert ist, lohnt es sich, die attraktivsten und glaubwürdigsten Botschaften zu testen.

Dieser Fall beschreibt keinen nachweisbaren Neurofactor-Auftrag und enthält keine erfundenen Messwerte. Er dient als Illustration für unterschiedliche Ursachen einer scheinbar einheitlichen Ablehnung.

Wenn die Mentorenrolle attraktiver werden soll, müssen häufig zuerst reale Bedingungen verbessert werden.

Anziehung und Widerstand getrennt untersuchen

Wer nur fragt, wie attraktiv die Mentorenrolle ist, übersieht womöglich, dass positive Ideale und negative Erwartungen gleichzeitig vorhanden sind. Untersuchen Sie getrennt, worauf Beschäftigte stolz sind, welche Nachteile sie befürchten, wie freiwillig sie die Aufgabe erleben und welche Bedingungen tatsächlich gelten. Vergleichen Sie die Bereitschaft zur informellen Unterstützung, zur längerfristigen Mentorenrolle und zur formellen Praxisbeurteilung.

Eine Assoziationskarte kann Bedeutungen zu 'Wissen weitergeben', 'Verantwortung', 'Praxisanleitung' und 'fachlicher Anerkennung' sichtbar machen. Interviews und angemessen ausgewählte Assoziationsverfahren helfen bei der Entwicklung überprüfbarer Hypothesen. Sie beweisen nicht allein, dass eine bestimmte Assoziation die Ablehnung verursacht hat. Näheres erläutern unsere Beiträge zu Assoziationen messen und zum Kernkonflikt zwischen Assoziationen.

Verbinden Sie die qualitativen Ergebnisse mit Informationen über Dienstpläne, tatsächliche Betreuungszeit, Ausbildungsvorgaben und Erfahrungen aus früheren Durchgängen. Triangulation in der Forschung hilft, einfache Erklärungen kritisch zu prüfen. Mehrere Datenquellen machen eine Kausalaussage jedoch nicht automatisch gültig. Auch bei einer scheinbar starken Assoziation müssen alternative Ursachen geprüft werden.

Von der Diagnose zur passenden Intervention

Die richtige Maßnahme ergibt sich aus dem tatsächlichen Hindernis. Die folgende Übersicht enthält Vorschläge für die Gestaltung und spätere Prüfung, keine Prognose über die zu erwartende Teilnahmequote. Auch die Lernenden und die übrigen Teammitglieder müssen berücksichtigt werden.

Wenn das Kernproblem ist...Dann zuerst verändern...Passende KommunikationDanach messen
Übermäßige ArbeitsbelastungPersonalplanung, Zeitfenster und VertretungVerlässliche Angaben zu geschützter ZeitBelastung und dauerhafte Teilnahme
Unklare VerantwortungRollen, Befugnisse und EskalationswegeWer entscheidet was und wer unterstützt?Rollenklarheit und Umgang mit Vorfällen
Fehlende AnleitungssicherheitSchulung, gemeinsames Üben und RückhaltAuch Mentoren dürfen die Rolle erlernenBeteiligung und erlebte Kompetenz
Schlechte VorerfahrungMatching, Betreuung und ProzessverbesserungKonkrete Änderungen offen erklärenNeue Erfahrungen und Wiederteilnahme
Geringe WertschätzungAnerkennung, Entwicklung und faire AufgabenverteilungWie Begleitung im Arbeitsalltag zähltWahrgenommene Fairness und Verbleib
Nur eine unklare MentorenrolleVerschiedene freiwillige BeteiligungswegeWähle eine passende Form der UnterstützungGeeignete Beteiligung und Lernqualität

Studien zu formellen Mentoringprogrammen zeigen Zusammenhänge zwischen freiwilliger Teilnahme, Einfluss auf das Matching, Schulung, Führungskräfteunterstützung und erlebten Kosten beziehungsweise Vorteilen. Parise & Forret, 2008. Daraus lässt sich eine sorgfältige Programmgestaltung begründen. Es wäre aber unzulässig, bereits daraus eine garantierte Wirkung einer einzelnen Schulung oder Kampagne abzuleiten.

Eine glaubwürdige Arbeitgebermarke braucht echte Lernmöglichkeiten

Viele Organisationen versprechen Bewerbern, dass sie sich bei ihnen weiterentwickeln können. Lernen ist jedoch keine Funktion der Karriereseite. Es braucht Menschen, die Fragen beantworten, fachliche Arbeit erklären, Rückmeldung geben und neuen Beschäftigten einen sicheren Einstieg ermöglichen. Wenn diese Menschen nicht unterstützt werden, entsteht eine Lücke zwischen externer Botschaft und interner Realität.

Eine glaubwürdige Employer Value Proposition muss deshalb die Perspektive der Bewerber und die Realität der Mitarbeitenden zusammenführen. Was wird Praktikanten, Auszubildenden und neuen Kollegen versprochen? Welche Unterstützung erwarten die Menschen, die sie begleiten sollen? Und welche nachprüfbaren Belege gibt es für eine gute Lernkultur? Der frühere Artikel zur glaubwürdigen Employer Value Proposition erläutert diese Übersetzung von Assoziationsforschung in ein Arbeitgeberversprechen.

Eine pauschale Aussage wie 'Bei uns wirst du immer persönlich begleitet' bleibt schwach, wenn die Dienstpläne dafür keine Zeit lassen. Stärker ist eine realistische Zusage, die sich auf eine klare Lernstruktur, freiwillige und vorbereitete Begleiter sowie verfügbare Unterstützung stützt. Erst diese Praxis gibt der Kommunikation Substanz. Mehr zum Hintergrund steht im Wissensbeitrag Employer Branding mit Neurowissenschaft.

Die neue Lösung im Betrieb testen

Starten Sie mit einem begrenzten, aber transparenten Pilotprojekt. Ein Team kann beispielsweise geschützte Betreuungszeiten und einen festen Ansprechpartner erhalten. In einem anderen Versuch kann die Organisation zwischen informeller Buddy-Unterstützung und formeller Praxisanleitung unterscheiden. Vor der Auswertung sollte feststehen, was genau verändert wurde und welche Unterschiede zwischen Teams bestehen. Dienstpläne, Führungskräfte und Zahl der Lernenden können eine vermeintliche Wirkung sonst verzerren.

Zählen Sie nicht nur, wie viele Menschen nach einer Informationsveranstaltung Interesse äußern. Prüfen Sie, wer tatsächlich freiwillig beginnt, wie lange die Teilnahme anhält, welche zusätzliche Arbeitszeit entsteht und wie die Lernenden die Begleitung erleben. Auch die Bereitschaft, eine weitere Person anzuleiten, ist aufschlussreich. Erfassen Sie zugleich unerwünschte Folgen für Kollegen und mögliche soziale Erwartung, trotz Überlastung Ja sagen zu müssen.

Die Forschung zur Lücke zwischen Absicht und tatsächlichem Verhalten erinnert daran, dass Zustimmung noch keine verlässliche Umsetzung ist. Ajzen, 199190020-T); Sheeran & Webb, 2016. Kleine Teams erlauben selten präzise kausale Schätzungen. Wiederholte Gespräche, transparente Prozessdaten und klare Grenzen der Interpretation sind dann wichtiger als eine beeindruckende Prozentzahl.

Was EEG, Eyetracking und implizite Verfahren nicht leisten

Neurofactor kann unterschiedliche Methoden kombinieren, um Aufmerksamkeit, Bewertungen und Entscheidungsprozesse zu untersuchen. Keine Methode kann jedoch unmittelbar feststellen: 'Diese Person lehnt Mentoring wegen Verantwortungsangst ab.' EEG registriert physiologische Signale, aber keinen validierten individuellen Mentorwillen. Eyetracking zeigt Blickverhalten, nicht den Grund einer Ablehnung. Implizite Assoziationsverfahren können evaluative Beziehungen in definierten Situationen untersuchen, liefern aber allein keine eindeutigen Motive oder Kausalerklärungen.

Deshalb muss die Forschungsfrage klar bleiben. Wenn jemand sagt, dass der Dienstplan keine Zeit zulässt, muss zuerst der Dienstplan überprüft werden. Wenn 'Praxisanleitung' mit 'für Fehler verantwortlich sein' verbunden wird, ist zu prüfen, ob frühere Erfahrungen, unklare Rollentexte oder tatsächliche Verfahren dazu passen. Ein Zusammenhang zwischen Assoziationen und Verhalten ist noch kein Nachweis einer Ursache.

Bei Mitarbeiterforschung kommen Machtunterschiede und Datenschutz hinzu. Die Teilnahme muss informiert und freiwillig sein. Individuelle physiologische oder assoziative Ergebnisse dürfen nicht dazu verwendet werden, Beschäftigte als ungeeignete Mentoren zu etikettieren. Nutzen Sie sparsame Datenerhebung, vertrauliche Auswertung und angemessen aggregierte Berichte. Die Ablehnung einer freiwilligen Rolle darf nicht heimlich zum negativen Leistungsmerkmal werden.

Häufige Fehler bei der Gewinnung von Mentoren

Der erste Fehler ist moralischer Druck. Wenn gute Mitarbeitende angeblich selbstverständlich bereit sein müssen, wird eine freie Entscheidung zum Loyalitätstest. Der zweite Fehler ist die romantische Darstellung der Rolle: Begeisterung und Sinn werden betont, Verwaltungsarbeit, Risiken und Verantwortung verschwiegen. Der dritte Fehler ist die Vermischung unterschiedlicher Aufgaben. Neue Kollegen begrüßen, langfristig coachen und formell beurteilen sind keine identischen Tätigkeiten.

Ein vierter Fehler besteht darin, schlechte Erfahrungen zu übergehen. Forschung zu negativen Mentoringerfahrungen zeigt, dass schwierige Beziehungen und Fehlentwicklungen auch aus Sicht der Mentoren ernst genommen werden müssen. Eby et al., 2008. Der fünfte Fehler ist, nur die Anzahl der neu gewonnenen Mentoren zu verfolgen. Wenn dadurch mehr Belastung entsteht und die Lernqualität sinkt, ist der Erfolg nur scheinbar.

Befragen Sie deshalb nicht ausschließlich die besonders motivierten Mentoren. Sprechen Sie auch mit Menschen, die ablehnen, mit früheren Betreuern, Lernenden und Führungskräften. Untersuchen Sie sowohl die sinnstiftende Seite als auch die erwarteten Kosten. Ein ehrliches Nein ist wertvolle Information, solange es ohne persönliche Nachteile ausgesprochen werden darf.

Ein siebenstufiger Plan für HR, Recruiting und Führungskräfte

  1. Definieren Sie das konkrete Verhalten. Geht es um kurze Buddy-Unterstützung, längerfristiges Mentoring, Praxisanleitung oder eine formelle Beurteilung? Dauer und Verantwortung gehören dazu.
  2. Prüfen Sie die tatsächlichen Bedingungen. Analysieren Sie Arbeitslast, geschützte Zeit, erforderliche Kompetenz, Anerkennung, Befugnisse und verfügbare Unterstützung.
  3. Erforschen Sie Anziehung und Widerstand getrennt. Was schätzen Beschäftigte an der Wissensweitergabe, und welche Folgen befürchten sie?
  4. Unterscheiden Sie die Ursachen ohne Etiketten. Zeitmangel, Rollenkonflikt, Vorerfahrung, geringe Wertschätzung und fehlendes Interesse dürfen nicht vermischt werden.
  5. Entwickeln Sie passende Maßnahmen. Verbessern Sie strukturelle Probleme zuerst und passen Sie anschließend Rollenbeschreibung, Schulung und Kommunikation an.
  6. Testen Sie freiwillig und mit sicherer Rückmeldung. Begleiter und Lernende sollen ihre Erfahrungen äußern können, auch wenn sie einen Einsatz beenden möchten.
  7. Messen Sie Qualität und Beständigkeit. Achten Sie auf dauerhafte Teilnahme, Belastung, Lernerfahrungen und Nebenwirkungen und passen Sie das Programm entsprechend an.

Ein verhaltensdiagnostischer Rahmen hilft dabei, den Schritt zwischen positiver Absicht und tatsächlicher Teilnahme präzise zu beschreiben. Die Reihenfolge bleibt entscheidend: erst verstehen und ermöglichen, danach kommunizieren und überzeugen.

Fazit: Bereitschaft entsteht nicht durch einen Slogan

Die Beschäftigte, die nicht Mentorin werden will, kann sich stark für die Entwicklung anderer einsetzen. Genau darin liegt der Kern des Problems. Positive Assoziationen zur Wissensweitergabe und Widerstand gegen eine konkrete Rolle können gleichzeitig bestehen. Ein sinnvolles Ziel gleicht nicht automatisch reale Überlastung, unklare Verantwortung oder fehlende Unterstützung aus.

Gute Organisationen reden diese Spannung nicht weg. Sie definieren die Aufgabe, untersuchen Erwartungen und tatsächliche Hindernisse, stellen Ressourcen bereit und ermöglichen eine informierte Entscheidung. So wird Mentoring zu einer tragfähigen Form des Wissenstransfers statt zu einem symbolischen Loyalitätsbeweis.

Für HR und Recruiting zählt nicht nur die Zahl neuer Mentoren. Wer mit Entwicklung, Ausbildung und guter Begleitung wirbt, muss vor allem die Mitarbeitenden unterstützen, die dieses Versprechen im Alltag einlösen sollen. Eine glaubwürdige Arbeitgebermarke verträgt auch, dass nicht jeder ausgezeichnete Mitarbeiter Mentor werden möchte.

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Häufig gestellte Fragen

Warum möchten erfahrene Mitarbeitende manchmal keine Mentoren werden?

Mögliche Ursachen sind fehlende Zeit, unklare Zuständigkeiten, Unsicherheit bei der Anleitung, schlechte Erfahrungen, geringe Anerkennung oder berechtigte Bedenken hinsichtlich Verantwortung. Gleichzeitig kann die Arbeit mit Nachwuchskräften als wertvoll erlebt werden. Prüfen Sie erwartete Vorteile, Nachteile und tatsächliche Arbeitsbedingungen getrennt, statt aus einer Ablehnung auf mangelndes Engagement zu schließen.

Zeigt die Ablehnung einer Praxisanleitung geringe Loyalität?

Nein. Eine hoch engagierte Fachkraft kann entscheiden, dass sie eine Anleitung unter den aktuellen Bedingungen nicht sicher oder fair übernehmen kann. Aus einem Nein lässt sich weder zuverlässig auf Loyalität noch auf fachliche Eignung schließen. Die Organisation muss Grenzen und Rahmenbedingungen ohne negative Konsequenzen besprechbar machen.

Was ist der Unterschied zwischen Mentor und Praxisanleiter?

Ein Mentor unterstützt häufig langfristige Entwicklung und Reflexion. Ein Praxisanleiter begleitet Lernen innerhalb eines definierten Ausbildungsgangs und kann zusätzlich Dokumentations- oder Bewertungsaufgaben haben. Die konkreten Pflichten unterscheiden sich je nach Land, Beruf, Bildungsanbieter und Organisation. Legen Sie Befugnisse und Zuständigkeiten ausdrücklich fest.

Kann Assoziationsforschung erklären, warum Beschäftigte ablehnen?

Sie kann positive Bedeutungen, Widerstand und widersprüchliche Erwartungen sichtbar machen, besonders in Kombination mit Interviews und Informationen zur Arbeitssituation. Sie beweist nicht allein, dass eine bestimmte Assoziation eine Ablehnung verursacht hat. Vergleichen Sie Interpretationen mit Erfahrungen der Mitarbeitenden und beobachtetem Verhalten, bevor Sie Maßnahmen auswählen.

Löst eine finanzielle Vergütung das Problem fehlender Mentoren?

Eine angemessene Vergütung kann je nach Kontext zu Fairness und Anerkennung beitragen. Sie ersetzt jedoch weder klare Verantwortung noch sichere Arbeitsbelastung, gute Schulung oder funktionierendes Matching. Klären Sie zunächst die wichtigste Hürde und bewerten Sie anschließend dauerhafte Teilnahme sowie die Erfahrung der Lernenden, nicht nur neue Anmeldungen.

Wie misst man den Erfolg eines Mentoringprogramms?

Betrachten Sie mehrere Größen: freiwillige Teilnahme, langfristige Beteiligung, Betreuungszeit, Arbeitsbelastung, Rollenklarheit, Ausbildungserfahrung, Lernfortschritt und Rückmeldungen anderer Teammitglieder. Dokumentieren Sie auch unerwünschte Effekte. Ohne passendes Studiendesign belegen Unterschiede zwischen Teams keine eindeutige Ursache.

Kann EEG die Eignung als Mentor messen?

Nein. EEG kann unter geeigneten Forschungsbedingungen Hirnaktivität erfassen, liefert aber keinen validierten direkten Indikator für die individuelle Bereitschaft oder Eignung zur Mentorenrolle. Maßgeblich sind fachliche Fähigkeiten, Rollenanforderungen, Unterstützung und nachvollziehbare Kriterien. Ein vermeintliches neuronales Persönlichkeitsprofil ist dafür keine Grundlage.

Quellen

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  3. 3.Allen, T. D.; Eby, L. T.; Lentz, E., The relationship between formal mentoring program characteristics and perceived program effectiveness - Personnel Psychology
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  5. 5.Parise, M. R.; Forret, M. L., Formal mentoring programs: The relationship of program design and support to mentors’ perceptions of benefits and costs - Journal of Vocational Behavior
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  7. 7.Roobol, C. J. J.; Koster, F., How organisations can affect employees’ intention to manage enterprise-specific knowledge through informal mentoring: A vignette study - Journal of Knowledge Management
  8. 8.Edmondson, A., Psychological safety and learning behavior in work teams - Administrative Science Quarterly
  9. 9.Janssen, S.; Van Vuuren, M.; De Jong, M. D. T., Motives to mentor: Self-focused, protégé-focused, relationship-focused, organization-focused, and unfocused motives - Journal of Vocational Behavior
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  11. 11.Ajzen, I., The theory of planned behavior - Organizational Behavior and Human Decision Processes
  12. 12.Sheeran, P.; Webb, T. L., The intention-behavior gap - Social and Personality Psychology Compass
  13. 13.Eby, L. T.; Durley, J. R.; Evans, S. C.; Ragins, B. R., Mentors’ perceptions of negative mentoring experiences: Scale development and nomological validation - Journal of Applied Psychology
  14. 14.Allen, T. D.; Poteet, M. L.; Burroughs, S. M., The mentor’s perspective: A qualitative inquiry and future research agenda - Journal of Vocational Behavior

Geprüft von: Martijn den Otter · Zuletzt geprüft: 29.10.2026